Hangzhou – die schönste Stadt Chinas

Wenn man in eine neue Stadt kommt soll man natürlich erst mal die Stadt verlassen und sich was anderes angucken – also ging es am ersten Wochenende in Shanghai erst mal nach Hangzhou.

Hangzhou ist eine Kleinstadt (so ca. 5 Mio Einwohner) ein wenig südlich (so ca. 200km) von Shanghai.  Wenn man bei einem bekannten Kartenprogramm im Internet guckt könnte man fast meinen, dass Hangzhou nur eine Vorstadt von Shanghai ist. Deshalb hat man auch beschlossen einen Pendlerzug dorthin einzurichten welcher die Strecke in 45 Minuten mit Geschwindigkeiten von 350km/h erledigt. Glücklicherweise war die Strecke 2 Wochen vor dem Ausflug gerade eröffnet worden.

Hangzhou wird gerne als die schönste Stadt Chinas beschrieben. In der Fernsehwerbung sieh es sich gerne als Stadt des „Financial Outsourcing“ mit Hafen. Im Prinzip befindet sich im Zentrum Hangzhous die große Sehenswürdigkeit, der West Lake.  Dieser See ist irgendwann mal durch künstliches Aufstauen entstanden, ist wohl nur 1m tief und wirklich DER Touristenspot.

Der See ist gesäumt von zahlreichen Pagoden, tempelähnlichen Anlagen, chinesischen Touristen, Parks und kleinen Seen. Außerdem wurde irgendeine wahrlich langweilige Persönlichkeit am West Lake geboren.

Die Pagoden stellen dabei interessantes Material für einen Vergleich mit Südkorea dar. Entweder sind diese komplett renoviert, ohne dass ein Stein auf dem anderen Blieb (oder überhaupt Steine übrig blieben) und damit massive Blender, welche mit Rolltreppen und Fahrstühlen für maximalen Touristendurchsatz optimiert wurden, oder sie sind vor 100 Jahren mal restauriert worden und wurden danach vergessen. Da hat man in Seoul schon ein vernünfitges Mittelmaß gefunden.

Was Hangzhou sonst noch ausmacht sind die riesigen Tourimassen. Und da es auch für Chinesen aus der Provinz ein veritables Ausflugsziel ist (schönste Stadt , Soll Marco Polo  mal gesagt haben…), waren neben Pagoden und See insbesondere 5 sehr deutsch anmutende junge Herren die Hauptattraktion. Ständig verfolgten einen unauffällig die Teleobjektive der digitalen Spiegelreflexkameras (kein Witz, haben noch nie nen Westler gesehen, besitzen aber eine Canon 5D Mk2) oder setzten sich auffällig die Mädchen zwischen uns um sich dann von ihrem Freund an der Schulter einer Langnase fotografieren zu lassen. Wenn man dann als Langnase den Spieß umdreht finden sie das aber nicht gut.

Neben dem West Lake in Hangzhou selber ist die Region berühmt für ihren Drachenbrunnentee (schmeckt allerdings wie der übliche lokale Tee nach abgestandener Teichbrühe) . Angebaut nur in einem kleinen Dorf namens Meijawu. Dort fand man dann eine weitere Leidenschaft der chinesen: Treppen.. Wandern wär so viel angenehmer wenn man statt andauernder Treppen welche einfach in einer geraden Linie den Berg hoch gehen ein paar Serpentinen benutzen würde.. aber Nööö..

Vor der Abreise stand noch die bereits erwähnte zweite Pagode im Weg (Hangzhou hat praktisch nur 2 Stück) Dieses mal die Variante abgewrackt. Ist übrigens konzipiert um Hochwasser zu verhindern.

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